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Meine Sehnsucht nach einem kontemplativen Leben (Text)

Mir wurde neulich bewusst, dass ich schon immer eine tiefe Sehnsucht nach einem kontemplativen Leben hatte. Und unbewusst habe ich es auch schon immer gelebt: Ruhe und Stille gesucht, Spaziergänge in der Natur, innere Verbundenheit mit einer höheren Kraft, wie auch immer man sie nennen mag: Gott, Seele, höheres Selbst …

Aber ich habe mir diese Sehnsucht nicht in ihrer Ganzheit eingestanden, weil ich ein kontemplatives Leben als einen Gegenentwurf zum „normalen“ Leben gesehen habe. Ich liebe aber auch die Freuden und Genüsse und Herausforderungen des normalen Lebens.

Frau sein. Schöne Kleider tragen. Gutes Essen genießen. Tanzen. Mich einfach lebendig und mittendrin fühlen.

Und obwohl ich darüber nie ausgiebig nachgedacht habe, schienen es mir doch immer starke und unvereinbare Gegensätze zu sein.

Bis neulich. Da wurde mir mit großer Klarheit bewusst, WIE wichtig ein kontemplatives Leben für mich ist. Dass es die Basis für alles andere ist. Dass es bedeutet, mir selbst wirklich nahe zu sein. Mich wirklich innerlich zuhause und angekommen zu fühlen.

Und dieses Erkennen, dass das kontemplative Sein die Basis für alles andere ist, war die Lösung für die erdachte Unvereinbarkeit. Es sind keine Gegensätze. Das stille Sein und die Verbundenheit mit Gott sind die Grundlage für das aktive lebendige Sein. Es ist der innere Ruhepol in der stetigen Bewegung und Veränderung des äußeren Lebens.

Ich bin sehr glücklich über dieses Erkennen, weil dadurch zwei Seiten in mir, die ich immer als gegensätzlich empfunden habe, endlich zu einer Einheit verschmelzen können. 🙂


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